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Schriftzug „Repeal“ auf einem Pullover in Dublin, Mai 2018

Irland · 2018

Together for Yes

Fürsorge, Mitgefühl, Wandel

Im Original: „Care, compassion, change“, die drei Cs der Kampagnenbotschaft.

2018 stimmten 1,43 Millionen Iren dafür, das Abtreibungsverbot aus der Verfassung zu streichen. Together for Yes gewann mit Studien und gemessener Tür-zu-Tür-Arbeit.

Eine Hommage an Ailbhe Smyth, Orla O'Connor, Gráinne Griffin und die Tausenden Freiwilligen der lokalen Gruppen. Unabhängiges Projekt, ohne Verbindung zur Kampagne.

In 30 Sekunden

  1. 66,4 % Ja. Am 25. Mai 2018 schaffte Irland bei 64 % Wahlbeteiligung den 8. Verfassungszusatz ab, der Abtreibung verbot.

  2. Drei Organisationen, eine Marke: Together for Yes sprach Unentschlossene in ruhigem Ton an, mit einer Botschaft der Sorge um die Gesundheit von Frauen.

  3. Ärztinnen, Ärzte und Frauen mit echten Geschichten vorn, und jeder Abend an den Haustüren ausgewertet, um den Kurs zu korrigieren.

  4. Die Kampagne erforschte, wo die Wähler standen, bevor sie entschied, was sie sagt; sie wählte vertrauenswürdige Botschafter und schulte Haustür-Teams so gut wie TV-Gesichter.

Die ersten Schritte

  1. Fokusgruppen mit unentschlossenen Wähler*innen in Auftrag geben
  2. Die lokalen Gruppen erfassen, die es im Land schon gibt
  3. Das Bündnis mit externer Moderation aushandeln und die Regeln aufschreiben

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Wenn du neu bist, fang mit den Grundlagen an, vom Stimmenziel bis zu dem, was die Forschung sagt. Grundlagen lesen

Wer es gemacht hat

Dieses Playbook stützt sich auf das, was die Organisator*innen selbst geschrieben und gesagt haben: vor allem auf die offizielle Auswertung…

Dieses Playbook stützt sich auf das, was die Organisator*innen selbst geschrieben und gesagt haben: vor allem auf die offizielle Auswertung der Kampagne, die die drei Co-Direktorinnen in Auftrag gaben (mit Interviews, Fokusgruppen und einer Umfrage unter 351 Aktiven), und auf Interviews während und nach der Abstimmung.

  • Ailbhe Smyth

    Co-Direktorin; Gründerin und Sprecherin der Coalition to Repeal the Eighth Amendment

    Veteranin der Kampagne für die Ehe für alle 2015. Sie brachte die Lehren von Yes Equality mit und setzte sich für einen respektvollen Ton und einen Start ohne Hast ein.

    Quellen
  • Orla O'Connor

    Co-Direktorin; Direktorin des National Women's Council of Ireland (NWCI)

    Führte das Modell Every Woman an, das die Debatte weg von Einschränkungen und hin zu den Gesundheitsbedürfnissen von Frauen lenkte.

    Quellen
  • Gráinne Griffin

    Co-Direktorin; Mitgründerin der Abortion Rights Campaign (ARC)

    Baute seit 2012 das Netz lokaler ARC-Gruppen auf, die umbenannt zu den Together-for-Yes-Gruppen im ganzen Land wurden.

    Quellen
  • Deirdre Duffy

    Kampagnenmanagerin (ab März 2018)

    Machte aus der Strategie auf einer Seite Pläne für jedes Team und las jeden Morgen den Haustürbericht vom Vorabend.

    Quellen
  • Annie Hoey

    Nationale Koordinatorin der Haustürarbeit

    Frühere Präsidentin der Studierendenvertretung. Sie koordinierte die lokalen Canvass-Leitungen, die Super-Canvasses und das Sammeln der Ergebnisse von den Türen.

    Quellen
  • Karen Hand

    Forschung und Botschaftsstrategie bei Together for Yes

    Gehörte zum Forschungsteam, das die „besorgte Mitte“ und die vertrauenswürdigen Botschafter*innen ausmachte, und erklärte die Methode später der New Economics Foundation.

    Quellen
  • Erin Darcy

    Künstlerin, Gründerin der Seite In Her Shoes – Women of the Eighth

    Startete im Januar 2018 eine Facebook-Seite für anonyme Geschichten von Frauen, die vom 8. Zusatz betroffen waren, gerichtet an die Unentschlossenen.

    Quellen
  • Gráinne Healy, Brian Sheehan und Noel Whelan

    Leitung von Yes Equality (2015) und Autor*innen von Ireland Says Yes

    Schrieben den Insiderbericht über die Kampagne für die Ehe für alle. Deren Methode (persönliche Geschichten, lokale Gruppen, positiver Ton) passte das Team 2018 an.

    Quellen

In ihren eigenen Worten

Was die Organisator*innen über ihre Entscheidungen gesagt haben.

Was die Organisator*innen über ihre Entscheidungen gesagt haben. Sinngemäß wiedergegeben, wenn nicht anders angegeben.

6 weitere Zitate

Die Geschichte

Anfang 2018 zweifelten die politischen Medien an der Ja-Kampagne: Das Nein hatte sich früher organisiert, hatte mehr Geld und schon Plakate…

Anfang 2018 zweifelten die politischen Medien an der Ja-Kampagne: Das Nein hatte sich früher organisiert, hatte mehr Geld und schon Plakate auf den Straßen. Die Umfrage der Irish Times vom 20. April zeigte das Ja neun Punkte unter dem Januarwert und etwa jede fünfte Person unentschlossen. In 68 Tagen machte Together for Yes aus einer stillen Mehrheit unter Vorbehalt einen Sieg von fast zwei zu eins.

66,4 %
Ja, 1.429.981 Stimmen, bei 64 % Beteiligungamtlich
1,6 Mio. €
gesammelt in zehn Wochen, Rekord für ein Referendum in IrlandKampagnenangabe
43 %
der Wähler*innen nannten persönliche Geschichten in den Medien als Grund für ihre EntscheidungStudie
±3 %
Abweichung, mit der das Haustür-Dashboard das Ergebnis vorhersagteKampagnenangabe

Von der Trauer zum Sieg

  1. Okt. 2012Savita Halappanavar stirbt in einem irischen Krankenhaus, nachdem man ihr während einer Fehlgeburt eine Abtreibung verweigert hat. Ihr Tod mobilisiert die Bewegung; die Abortion Rights Campaign, hervorgegangen aus dem Irish Choice Network (Juli 2012), startet offiziell im Januar 2013.
  2. 2013–2014Die Coalition to Repeal the Eighth Amendment entsteht. Die lokalen ARC-Gruppen vermehren sich außerhalb Dublins.
  3. 22. Mai 2015Die Ehe für alle gewinnt mit 62 %. Viele, die 2018 die Kampagne machen sollten, waren dabei.
  4. 2016–2017Fokusgruppen im Auftrag der Coalition zeigen eine besorgte Mitte: unzufrieden mit dem Status quo, ängstlich vor Veränderung, mit Vertrauen in Ärzt*innen und in Frauen, die abgetrieben haben.
  5. Apr.–Dez. 2017Die Bürgerversammlung empfiehlt eine Verfassungsänderung. Der NWCI startet das Modell Every Woman. Drei Organisationen beschließen, eine gemeinsame Kampagne zu bilden.
  6. Jan. 2018Der Name Together for Yes und das Storylab entstehen. Ab dem 14. Januar sammelt Erin Darcys Seite In Her Shoes Geschichten.
  7. 8.–22. MärzDie Regierung setzt die Abstimmung für den 25. Mai an. Die Kampagne startet am 22. März; das Crowdfunding mit Ziel 50.000 Euro bringt in einer Woche rund eine halbe Million.
  8. Apr.–MaiHaustürarbeit im ganzen Land, TV-Debatten, Pop-up-Läden mit Schlangen für Repeal-Pullover. Der Kampagnenbus fährt in den letzten drei Wochen durchs Land.
  9. 18. MaiSieben Tage vorher kommt Make a Plan, mit SMS-Erinnerung. Videos zum Ablauf der Wahl und #HomeToVote der Ausgewanderten gewinnen an Fahrt.
  10. 25. Mai66,4 % Ja. Nur ein Wahlkreis, Donegal, stimmt mit Nein.

Drei Ebenen

Together for Yes war weder Partei noch NGO, sondern ein Dach mit einer kleinen Zentrale und vielen Menschen, die ihr nicht unterstanden.

  • Die ZentraleDrei Co-Direktorinnen, ein wöchentlicher Vorstand mit zwei Personen pro Organisation, eine Kampagnenmanagerin und Teams für Kommunikation, Mobilisierung, Fundraising, Politik, Fakten und Plattform, dazu eine strategische Beratungsgruppe aus rund einem Dutzend Fachleuten mit unverbindlichem Rat.
  • Die PlattformVerbündete Organisationen (Gewerkschaften, Ärzt*innen, Anwält*innen, Gruppen von Menschen mit Behinderung und von Migrant*innen), die mit eigener Stimme und eigenem Namen Kampagne machten, ohne ihre Unabhängigkeit zu verlieren.
  • Das NetzLokale Gruppen in allen Countys und unabhängige Initiativen wie In Her Shoes, Terminations for Medical Reasons und #HomeToVote der Ausgewanderten.
Was man nicht weiß. Laut der Nachwahlbefragung von RTÉ (3.779 Wähler*innen) sagten 75 %, sie hätten immer gewusst, wie sie abstimmen würden, und nur 12 % entschieden sich während der Kampagne.

Nur 7 % nannten den direkten Kontakt mit Aktiven als wichtig, gegenüber 43 % für Geschichten in den Medien und 34 % für Erfahrungen von Bekannten. Die Haustürarbeit wirkte also vielleicht stärker über Mobilisierung, Messung und Gespräche unter Bekannten als über direkte Überzeugung, und keine Daten trennen ihre Wirkung heraus. Die Zahl der Organisationen im Bündnis schwankt je nach Quelle (über 70 beim Start laut Irish Times, 97 laut Irish Examiner, über 200 laut dem Verlag des Buchs der Co-Direktorinnen). Die Auswertung spricht von 68 Kampagnentagen, obwohl zwischen der Ankündigung am 8. März und der Abstimmung am 25. Mai 78 Tage liegen. Das Buch It's a Yes! war nicht direkt zugänglich; das Rückgrat dieses Playbooks ist die offizielle Auswertung, die die drei Co-Direktorinnen in Auftrag gaben. Die Reichweitenzahlen von In Her Shoes stammen vom Verlag des Buchs von Erin Darcy. Die Treffsicherheit des Panels ist ermutigend, aber es ist keine Umfrage: Die geöffneten Türen sind keine Zufallsstichprobe, und die 80-Prozent-Regel war eine Korrektur nach Augenmaß. Nutze das Panel, um Trends von Woche zu Woche zu verfolgen.

Das Gelände

Was 2018 typisch für Irland war und anderswo fehlen kann.

Was 2018 typisch für Irland war und anderswo fehlen kann.

Plattformen

Haustür und Infostände
Das Herz der Kampagne. Lokale Gruppen klopften abends und am Wochenende an Türen, bauten Stände in den Hauptstraßen auf und machten „Guerilla-Canvassing“ mit Transparenten an Kreisverkehren und Brücken im Berufsverkehr.
Facebook
Das meistgenutzte Netzwerk: 86 % der befragten Aktiven nannten es unverzichtbar. Video war das Format mit der größten Wirkung. Dort verbreitete die Seite In Her Shoes anonyme Geschichten.
Twitter
Von 65 % der Aktiven genutzt. Wichtig, um mit Journalist*innen und Politiker*innen zu sprechen, und in der Schlussphase für den Hashtag #HomeToVote der Ausgewanderten, die zum Wählen heimkamen.
Lokalradio und Regionalzeitungen
In Irland mit hoher Reichweite und viel Vertrauen. Die lokalen Gruppen und der Kampagnenbus versorgten diese Medien mit Sprecher*innen aus der eigenen Region.
WhatsApp- und Facebook-Gruppen
Koordination der Freiwilligen in jedem County. Die Zentrale sprach mit dem Land per E-Mail und wöchentlichen Webinaren über Zoom.
Slack, Meltwater und eigenes Dashboard
Slack fürs Kernteam, Meltwater, um jeden Morgen die Presse zu beobachten, und ein von Freiwilligen gebautes Dashboard, das Haustür, Umfragen, Presse, Finanzen und interne Warnungen bündelte.
SMS-Erinnerung
Das Werkzeug Make a Plan, sieben Tage vorher gestartet, ließ Wähler*innen die Uhrzeit fürs Wählen wählen und schickte am Morgen der Abstimmung eine kostenlose Erinnerung per SMS.

Lage vor Ort

  • Ein Thema, das jahrzehntelang stigmatisiert war: Der 8. Zusatz kam 1983 mit 66,9 % in die Verfassung, und der Tod von Savita Halappanavar 2012 war der Wendepunkt.
  • Eine Bürgerversammlung aus 99 ausgelosten Menschen empfahl die Änderung im April 2017. Das gab der Debatte einen Ursprung bei den Bürger*innen, nicht bei den Parteien.
  • Ein Referendum, keine Wahl: Die Kampagne gehörte der Zivilgesellschaft, und Politiker*innen galten bei den Wähler*innen als Leute, die „sich nicht festlegen“.
  • Der öffentliche Rundfunk muss bei Referenden beiden Seiten gleich viel Zeit geben. Dadurch sah das Publikum extreme Positionen des Nein.
  • Spenden regelt das Wahlgesetz, und die SIPO kontrolliert sie: Jede Spende wurde vor der Annahme geprüft, manche wurden abgelehnt.
  • Gewählt wird nur persönlich, ohne Briefwahl oder Stimmabgabe in Botschaften; Ausgewanderte verlieren nach 18 Monaten im Ausland das Wahlrecht. Daher #HomeToVote.
  • Kurz nach dem Skandal um Cambridge Analytica sperrte Facebook Anzeigen zum Referendum, die von außerhalb Irlands bezahlt wurden, und Google setzte alle Anzeigen zum Referendum aus.
  • Dieselbe Generation von Aktiven hatte drei Jahre zuvor das Referendum zur Ehe für alle gewonnen und brachte Teams, Spender*innen und fertige Lehren mit.

Die Methode

Die Kampagne passte auf eine Seite: die Mehrheit gewinnen, indem man die „besorgte Mitte“ anspricht, mit Information, Überzeugung und Ruhe,…

Die Kampagne passte auf eine Seite: die Mehrheit gewinnen, indem man die „besorgte Mitte“ anspricht, mit Information, Überzeugung und Ruhe, und mit einer mobilisierten Basis, die an Türen klopft.

Drei Fronten

Zuhören vor dem Reden
Dort anfangen, wo die Menschen zuhören, nicht dort, wo die Kampagne redet. Die Forschung zeigte: Die Mehrheit wollte Veränderung, aber ruhig, ohne Geschrei, mit Blick auf Fürsorge statt auf Wahlfreiheit.
Vertrauenswürdige Botschafter*innen
Die Wähler*innen vertrauten Ärzt*innen und Frauen, die eine Abtreibung erlebt hatten; Politiker*innen und der Kirche misstrauten sie. Darum sprachen diese Menschen, und die Leitung trat einen Schritt zurück. Doctors for Choice und Midwives for Choice halfen Ärzt*innen und Hebammen, klar zu sprechen, und auch die Irish Family Planning Association beteiligte sich an der Kampagne.
Gemessene Haustürarbeit
Ruhige Gespräche an Türen im ganzen Land. Das Ergebnis jedes Abends wurde erfasst und in einem Dashboard zusammengeführt, das zeigte, ob die Botschaft ankam.

Der Kreislauf der Kampagne

Derselbe Kreislauf lief in drei Phasen (informieren und einbinden, 4 Wochen; überzeugen und motivieren, 6 Wochen; Stimmen mobilisieren, 10 Tage), mit einer Überprüfung der Strategie eine Woche vor Ende jeder Phase.

  1. Forschen Fokusgruppen vor und während der Kampagne, um zu wissen, was Sorgen macht, welche Worte wirken und wem die Leute vertrauen.
  2. Rahmen setzen Die drei C: care, compassion, change (Fürsorge, Mitgefühl, Wandel). Über Gesundheit und Bedürfnisse sprechen, von „Entscheidung“ statt „Wahl“, von Empathie statt Urteil.
  3. Botschafter*innen vorbereiten Das Storylab findet, bereitet vor und schützt die Frauen und Paare, die ihre Geschichte erzählen; Ärzt*innen und Anwält*innen bekommen Medientraining und fertige Antworten.
  4. Die Leute an den Türen schulen Kernbotschaften, Übung und Gesprächssimulation. Nicht mit Leuten streiten, die schon für Nein entschieden sind; die Zeit denen widmen, die zweifeln.
  5. Reden Haustür, Stände, öffentliche Versammlungen, Lokalradio, Transparente an Kreisverkehren. Den öffentlichen Raum mit positivem Ton besetzen.
  6. Messen Jeden Abend: besuchte Türen, geöffnete Türen, Ja, Nein, Vielleicht, Stärke der Meinung und gehörte Argumente. Alles am nächsten Morgen im Dashboard.
  7. Anpassen Die Leitung liest jeden Morgen das Dashboard und ändert, was die Zahlen sagen, egal was der Gegner tut.
  8. Stimmen mobilisieren Wahlplan per SMS, Videos zum Ablauf der Wahl, Sichtbarkeitsaktionen an Bahnhöfen, Ausgewanderte, die nach Hause kommen.

Und von vorn.

Toolkit

Was Together for Yes aufgebaut hat, so geordnet, dass du es kopieren kannst.

Was Together for Yes aufgebaut hat, so geordnet, dass du es kopieren kannst. Das passt für ein Referendum, ein Gesetz, ein lokales Anliegen oder eine Kandidatur, die Unentschlossene braucht.

Wähle dein Land, um passende Werkzeuge und die rechtlichen Punkte zum Prüfen zu sehen.

Organisation

Eine kleine, sehr professionelle Zentrale, verbunden mit einem großen, eigenständigen lokalen Netz. Die Auswertung räumt ein, dass die Zentrale überlastet war: Die Mobilisierung hätte mehr Vollzeitleute gebraucht.

Kleinstes Team

Co-Leitung
Eine Person pro Gründungsorganisation, im täglichen Austausch miteinander und mit dem letzten Wort über die Strategie. So schluckt keine Organisation die anderen.
Vorstand
Zwei Personen pro Organisation, Treffen mindestens wöchentlich. Beschließt Pläne und prüft den Stand jeder Phase.
Kampagnenmanagement
Macht aus der Strategie Pläne mit Zielen, Fristen und Kennzahlen für jedes Team; liest jeden Morgen das Dashboard.
Kommunikation und Storylab
Presse, soziale Netzwerke, Produktion und das Geschichtenlabor, das alle vorbereitet und schützt, die ihre Erfahrung erzählen.
Fakten und Gegenrede
Eine Wissenschaftlerin und Aktivistin und eine Fachperson für reproduktive Gesundheitspolitik bereiten Antworten auf rechtliche und medizinische Argumente vor, für Debatten, Presse und Türen. Über die Gegenrede hinaus vorbeugen: die drei oder vier gegnerischen Argumente benennen, die der Mitte am meisten Angst machen, und sie erklären, bevor sie auftauchen. In einem YouTube-Experiment verbesserten kurze „Impf“-Videos die Fähigkeit, Manipulation zu erkennen, um etwa 5 %.
Mobilisierung und Haustür
Verbindet die Zentrale mit den lokalen Leitungen, organisiert Super-Canvasses, sammelt und analysiert die Ergebnisse von den Türen.
Plattform und Politik
Holt verbündete Organisationen dazu, die mit eigener Stimme sprechen, und hält zu den Parteien gleichen Abstand.
Fundraising und Recht
Fundraising als strategischer Bereich, mit erfahrenen Leuten, und Kontrolle jeder Spende nach dem Gesetz. Hier brachte das Team Erfahrung aus früheren Kampagnen wie Yes Equality mit und arbeitete mit der Marketingagentur Ask Direct, die seit Anfang 2017 für die Coalition tätig war.

Wochen- und Tagesrhythmus

  1. Jeden MorgenDie Managerin liest den Haustürbericht vom Vorabend, die Presseauswertung und den Slack, auf der Suche nach Warnzeichen. Das Social-Media-Team postet eine Zeitungsmeldung, um das Thema des Tages zu setzen.
  2. Dienstag, 10 UhrTreffen mit Vertreter*innen der Parteien, die das Ja unterstützen, in der Zentrale, um Plakate und Botschaften für Unentschlossene abzustimmen.
  3. Dienstag, MittagBotschaften-Webinar für die verbündeten Organisationen (laut Irish Examiner 97): Was sagen wir diese Woche?
  4. DonnerstagAllgemeineres Webinar zu den übrigen Teilen der Kampagne.
  5. Jeden AbendWer an den Türen war, füllt ein einfaches Blatt aus; die lokalen Leitungen sammeln die Blätter, und geschulte Freiwillige tippen die Daten ab.
  6. Ende jeder PhaseEine Woche vorher prüft die Leitung die Strategie und beschließt den Plan für die nächsten Wochen.

Die Treffen der Zentrale gingen von wöchentlich auf zweimal pro Woche und in der Schlussphase auf täglich. Die Auswertung empfiehlt: Nimm das Tempo an, aber hab immer einen schriftlichen Plan, zu dem du zurückkehren kannst.

Plan B

  • Ein Blatt Papier als primäres Haustürprotokoll: Es funktioniert ohne Netz und ohne App.
  • Eine Person, die nur die regionalen Gruppen unterstützt, und regionale Knoten, die selbst entscheiden dürfen.
  • Lokale Gruppen, die eigenes Material herstellen können: Wo die Plakate der Zentrale nicht ankamen, malten Freiwillige ihre eigenen.
  • Eine einzige Datenbank für Spender*innen und Freiwillige, entworfen, bevor die Kampagne beginnt.
  • Unterstützung unter Gleichen und psychologische Begleitung für alle, die an den Türen beschimpft werden, im Voraus organisiert.

Technik

Fast alles bauten Freiwillige oder es lief mit gängigen Werkzeugen. Entscheidend war, jeden Abend alles festzuhalten.

  • Website und Freiwilligenanmeldung (Find My Canvass)Kostenlos bis günstig

    Wer helfen wollte, hinterließ E-Mail und Ort und wurde sofort an die Leitung der lokalen Gruppe weitergeleitet. So kamen über 2.500 Freiwillige an.

  • Haustürprotokoll (Canvass Together)Kostenlos

    Ein Papierblatt, abends ausgefüllt, von Freiwilligen im Wahlkreis abgetippt und in einer Datenbank zusammengeführt, die Ja, Nein und Vielleicht nach Gebiet zeigte. Nachbaubar mit einem Formular und einer Tabelle.

  • Lage-DashboardKostenlos (von Freiwilligen gebaut)

    Bündelte sechs Quellen: Haustür, Umfragen, Berater*innen, Presse, interne Kommunikation und Fundraising. Jedes Team sah seine Ansicht; die Managerin sah alle.

  • PresseauswertungKostenpflichtig; kostenlose Alternative: Nachrichten-Alerts

    Meltwater mit täglichem Stichwortbericht, um zu merken, wann die Presse die Sprache der Kampagne übernahm oder das Nein seine Botschaft änderte.

  • Slack und WhatsApp-/Facebook-GruppenKostenlos

    Slack fürs Kernteam; WhatsApp- und Facebook-Gruppen für die Freiwilligen jedes Countys.

  • Webinare über ZoomKostenlos bis günstig

    Wöchentliche Treffen mit den Gruppen aus dem ganzen Land, um Botschaften weiterzugeben und lokale Probleme zu hören.

  • Spenden, Crowdfunding und OnlineshopPlattformgebühren

    Spendenaufruf online, zwei Crowdfundings, Spendenaufruf per Telefon, Events und ein Shop mit WooCommerce für Pullover, Buttons und T-Shirts.

  • Make a PlanKosten pro SMS

    Wähler*innen wählten Uhrzeit und Art, wie sie zum Wählen gehen, und bekamen am Morgen der Abstimmung eine kostenlose SMS-Erinnerung. Nur für Angemeldete.

  • Video in den sozialen NetzwerkenKostenlos

    Kurze Videos von Ärzt*innen, von Frauen mit Geschichten und von Organisationen der Plattform; in der Schlussphase Videos mit Anleitung zum Wählen.

  • Bezahlte WerbungNicht veröffentlicht

    Plakate, Presse und Online-Anzeigen, betreut von einer Medienverantwortlichen, nur mit Geld aus dem Inland und gekennzeichnet.

  • Online-Hub für Fachleute (Lawyers und Doctors for Repeal)Kostenlos bis günstig

    Anwält*innen, und ebenso Ärzt*innen, unterschrieben online eine Unterstützungspetition; eine reine Leseseite zeigte Namen und County aller Unterzeichnenden und speiste die Pressestrategie.

Spickzettel nach Kanal

Spalten im Haustürblatt

Datum · Lokale Gruppe und Gebiet · Besuchte Türen · Geöffnete Türen · Ja · Nein · Vielleicht · Stärke der Meinung · Wichtigste gehörte Sorge · Aufgetauchte Botschaft des Gegners · Abgetippt von

Die Kampagne sammelte rund 1,6 Mio. Euro, aber die Auswertung veröffentlicht keine Aufschlüsselung der Ausgaben. Bekannt ist: Die Organisationswerkzeuge bauten Freiwillige oder sie waren günstig, und vom Geld des ersten Crowdfundings kamen die ersten Plakate und Materialien. Um das Ja in den Haustür-Ergebnissen nicht zu überschätzen, zählte das Dashboard 80 % der Vielleicht als Nein.

Kommunikation

Der Ton war informativ, vernünftig, ruhig und überhaupt nicht konfrontativ. Die Forschung zeigte, dass die Leute Angst vor einer Kampagne des Geschreis hatten; die Kampagne blieb bis zum Schluss ruhig.

Die Formel eines Gesprächs an der Tür

  1. Vorstellen Name, woher du kommst, dass du freiwillig dabei bist. Eine Nachbarin, keine Partei.
  2. Fragen Was die Person denkt und was ihr Sorgen macht. Erst zuhören.
  3. Einordnen Ja: danken und bitten, mit der Familie zu reden. Entschiedenes Nein: höflich zur nächsten Tür. Vielleicht: bleiben und reden.
  4. Erzählen Warum du mit Ja stimmst, in ein, zwei persönlichen Sätzen. Das ist die Lehre von Yes Equality: Geschichten, keine Predigten. Dafür gibt es Belege: In drei Feldexperimenten in den USA änderten Gespräche nur mit Argumenten die Haltung gegenüber Eingewanderten nicht; dieselben Gespräche mit einem wertungsfreien Austausch persönlicher Geschichten verringerten ausgrenzende Einstellungen für mindestens vier Monate. Der Effekt war klein, aber dauerhaft und wiederholte sich in Gesprächen über trans Menschen wiederholte (Kalla und Broockman, 2020).
  5. Mit einem Fakt und einer Stimme antworten Eine konkrete Information und wer sie bestätigt: eine Ärztin, eine Frau, die es erlebt hat.
  6. Bitten Um die Stimme und einen Plan zum Wählen. Bitten, nicht fordern.
  7. Erfassen Gleich danach aufs Blatt: Antwort, Stärke der Meinung und die Sorge, die du gehört hast.

Regeln für Botschaften

  • Sprich von Fürsorge, Gesundheit und Bedürfnissen. Das Wort, das die Leute hörten, war „Entscheidung“, nicht „Wahl“.
  • Zeig, was schon passiert: die Reisen ins Ausland und die im Internet gekauften Pillen. Das Ja holt nur etwas nach Hause, das es schon gibt.
  • Lass die Glaubwürdigen sprechen: Ärzt*innen und Menschen mit eigener Erfahrung. Die Leitung tritt einen Schritt zurück.
  • Sag den Wähler*innen nie, was sie denken oder fühlen sollen. Rede mit ihnen.
  • Lass dich nicht auf das Thema des Gegners ein. Hab Antworten auf die Fachargumente parat, aber kehr immer zu deiner Botschaft zurück.
  • Politiker*innen unterstützen, aber sie sprechen nicht für die Kampagne und stehen nicht auf der nationalen Bühne.
  • Sei für etwas. Der Name Together for Yes wurde gewählt, weil er positiv ist und keiner Organisation gehört.
  • Dieselbe Botschaft auf allen Kanälen: TV, Flyer, Haustür und Post sagen dasselbe in verschiedenen Formaten.

Beispielgespräch

Guten Tag, ich bin Anna, ich wohne hier im Viertel und bin Freiwillige für die Ja-Kampagne. Darf ich fragen, was Sie über das Referendum denken? [zuhören] Verstehe, diesen Zweifel haben viele. Ich stimme mit Ja, weil eine Freundin von mir in einer sehr schweren Lage allein ins Ausland reisen musste. Die Ärzt*innen sagen, dass Frauen das heute schon heimlich tun, ohne Begleitung. Das Ja sorgt nur dafür, dass es hier behandelt wird, mit Sorgfalt, zwischen der Frau und ihrer Ärztin oder ihrem Arzt. Wenn Sie möchten, lasse ich Ihnen diesen Flyer mit Geschichten von Frauen von hier da. Kann ich am 25. auf Sie zählen?

Auf deine Lage übertragen

Was überall funktioniert und was am Irland von 2018 hing.

Was überall funktioniert und was am Irland von 2018 hing.

Funktioniert überall

  • Die unentschlossene Zielgruppe erforschen, bevor du die erste Botschaft schreibst, und während der Kampagne erneut testen.
  • Ein Bündnis mit eigener, positiver Marke, die keiner der Gründungsorganisationen gehört.
  • Sprecher*innen danach auswählen, wie viel Vertrauen sie bei der Zielgruppe wecken, nicht danach, wie lange sie dabei sind.
  • Die Leute an den Türen genauso sorgfältig schulen wie die im Fernsehen.
  • Jeden Abend festhalten, was man an den Türen hört, und danach entscheiden.
  • Für alle sorgen, die persönliche Geschichten erzählen: vorbereiten, schützen und aussteigen lassen.
  • Früh und sichtbar Geld sammeln: Der erste große Spendenaufruf ist auch der erste Kraftbeweis.
  • Die Phase der Stimmenmobilisierung lange vor ihrem Beginn planen.

Hängt von der Lage ab

Facebook als Hauptnetzwerk (2018)
Nutze das Netzwerk, das heute bei deiner Zielgruppe dominiert: WhatsApp und Instagram in Brasilien, TikTok bei Jüngeren. Die Inhalte, die sich verbreiten, bleiben dieselben: kurze Videos vertrauenswürdiger Botschafter*innen.
Nur persönliche Stimmabgabe und #HomeToVote
Wo man im Ausland wählen kann, wird die Bitte zu „Registrier dich und wähl im Konsulat“. Wo Ausgewanderte nicht wählen dürfen, kopiere Be My Yes: Wer weg ist, ruft die Familie zu Hause an.
Ausgewogenheitsregel im öffentlichen Rundfunk
Wo das Fernsehen nicht ausgewogen sein muss, zählen eigene Kanäle und Lokalradio noch mehr; bereite Sprecher*innen auf feindselige Interviews vor.
Ärzt*innen als die neuen Priester
In Irland war das Vertrauen von der Kirche zu den Ärzt*innen gewandert. In deinem Land sind es vielleicht Pflegekräfte, Lehrkräfte, Pfarrer*innen oder Leute aus der Community: Das sagt nur die Forschung.
Verbot ausländischer Anzeigen
In der EU schließt die Verordnung (EU) 2024/900 heute Sponsoren von außerhalb der Union in den drei Monaten vor einer Abstimmung von politischer Werbung aus, und seit Oktober 2025 nimmt Meta dort keine politischen, Wahl- oder gesellschaftspolitischen Anzeigen mehr an und Google schaltet keine politische Werbung mehr; in anderen Ländern folge dem Wahlrecht und veröffentliche, wer jede Anzeige bezahlt. Siehe den Abschnitt „Recht und Plattformen in der Europäischen Union“ in den Grundlagen.
Referendum zu einem einzigen Thema
Bei einer Kandidatur ist der Gegner eine Person, kein Vorschlag. Die Methode der besorgten Mitte funktioniert weiter, aber Politiker*innen können nicht von der Bühne fernbleiben.
Repeal-Pullover und Pop-up-Läden
Jedes sichtbare Erkennungszeichen, das die Leute tragen wollen: ein Button, eine Farbe, ein Aufkleber. Die Schlange vor dem Laden ist auch eine Nachricht.

Spielzüge zum Mitnehmen

Such dir die Spielzüge aus, die zu deiner Lage passen, und leg sie in dein Kit.

Such dir die Spielzüge aus, die zu deiner Lage passen, und leg sie in dein Kit.

  1. Die besorgte Mitte ansprechen

    Die Unentschlossenen erforschen, bevor die erste Botschaft geschrieben wird, und ruhig mit ihnen reden: Fürsorge, Mitgefühl und Wandel, „Entscheidung“ statt „Wahl“, und Botschafter, denen sie vertrauen. In Irland zeigte die Forschung eine Mehrheit, die Veränderung ohne Geschrei wollte; es sprachen Ärztinnen, Ärzte und Frauen mit eigener Erfahrung, und das Ja holte 66,4 %.

    So baust du ihn auf, Schritt für Schritt
    Wirkt, wenn
    Es funktioniert, wenn es eine bedingte, stille Mehrheit gibt: unzufrieden mit dem Status quo, aber in Sorge vor Veränderung und vor einer Kampagne des Geschreis.
    Nicht nutzen, wenn
    Es überzeugt niemanden, der schon entschieden hat, und scheitert ohne eigene Forschung: Vertrauenspersonen sind von Land zu Land verschieden.
    1. Woche −30 Fokusgruppen mit unentschlossenen Wählenden beauftragen
    2. Woche −26 Herausfinden, welche Worte wirken und wem das Publikum vertraut
    3. Woche −20 Die Strategie auf einer Seite festhalten: Zielgruppe, Ton, Botschaft, Botschafter
    4. Woche −12 Ärzte und Fachleute für Medien schulen und mit fertigen Antworten ausstatten
    5. Woche −10 Mit vertrauenswürdigen Botschaftern starten, die Führung tritt einen Schritt zurück
    6. Woche −5 Die Botschaft in Fokusgruppen und an den Türen erneut testen und nachschärfen

    Team

    • Forschung: Fokusgruppen vor und während der Kampagne
    • Fakten und Gegenrede: bereiten überprüfbare Antworten auf medizinische und rechtliche Argumente vor
    • Vertrauenspersonen: Ärztinnen, Ärzte und Menschen mit eigener Erfahrung

    Was du misst: Vielleicht-Wählende, die beim zweiten Haustürgespräch nach der getesteten Botschaft Ja sagen; bewegen sie sich nicht, zurück in die Fokusgruppen, bevor du den Ton änderst.

    Risiken im Blick: Botschaftsdisziplin kann die Sprache der Rechte verdrängen und die Vielfalt der Stimmen verengen: Sag das deiner Basis, schaff Raum für andere Stimmen und sag Wählenden nie, was sie fühlen sollen.

  2. Haustürgespräche, jeden Abend gemessen

    Ruhige Gespräche an der Haustür, mit einem einfachen Bogen, der jeden Abend ausgefüllt wird (geöffnete Türen, Ja, Nein, Vielleicht, Stärke der Meinung und gehörte Sorge) und in einem Dashboard zusammenläuft, das jeden Morgen gelesen wird. In Irland sagte das Dashboard das Ergebnis auf ±3 % genau voraus und ließ die Kampagne auf die Wählenden reagieren, nicht auf den Gegner.

    So baust du ihn auf, Schritt für Schritt
    Wirkt, wenn
    Es funktioniert, wenn es in vielen Gebieten lokale Gruppen gibt und eine Leitung, die ändert, was die Zahlen zu ändern verlangen.
    Nicht nutzen, wenn
    Es scheitert, wenn niemand die Bögen eingibt oder das Dashboard liest, oder wenn Meinungen an identifizierbare Personen gebunden sind: Erfass sie nur zusammengefasst.
    1. Woche −12 Haustürbogen und Dashboard vor dem Start entwerfen
    2. Woche −10 Die Anmeldung öffnen, die Freiwillige sofort an die lokale Gruppenleitung weiterleitet
    3. Woche −9 In jeder Region mit Rollenspielen schulen: Nicht mit Leuten streiten, die Nein sagen
    4. Woche −8 Abends und am Wochenende an Türen klopfen, immer zu zweit
    5. Woche −8 Jeden Abend die Bögen einsammeln und von geschulten Freiwilligen eingeben lassen
    6. Woche −6 Jeden Morgen das Dashboard lesen und Botschaft und Gebiete anpassen
    7. Woche −2 Super-Canvasses in den Gebieten machen, wo die Unterstützung am schwächsten ist

    Team

    • Haustür-Koordination: verbindet Zentrale und lokale Leitungen und wertet die Ergebnisse aus
    • Lokale Leitung: organisiert die Schichten und sammelt die Bögen des Abends
    • Dateneingabe: geschulte Freiwillige übertragen die Bögen in die Datenbank

    Was du misst: Geöffnete Türen pro Abend und lokaler Gruppe, auf dem Bogen erfasst; damit du dir beim Ja nichts vormachst, zähl die meisten Vielleicht als Nein, wie das irische Dashboard (80 %).

    Risiken im Blick: Haustürgespräche über ein intimes Thema bringen Anfeindungen und Erschöpfung: Geh zu zweit, hab ein Protokoll für Übergriffe, plane Unterstützung unter Gleichen vorab ein und speichere nur zusammengefasste Daten.

  3. Echte Geschichten, vorbereitet und geschützt

    Ein Labor, das Menschen findet, vorbereitet und schützt, die ihre Erfahrung erzählen, mit informierter Einwilligung, Möglichkeit der Anonymität, Medientraining und Begleitung danach. In Irland nannten 43 % der Wählenden persönliche Geschichten in den Medien als Faktor ihrer Entscheidung.

    So baust du ihn auf, Schritt für Schritt
    Wirkt, wenn
    Es funktioniert, wenn das Thema stigmatisiert ist und das Publikum Betroffenen mehr vertraut als Politik oder Institutionen.
    Nicht nutzen, wenn
    Es scheitert, wenn Menschen ohne Vorbereitung und Begleitung exponiert werden oder wer aussteigen will, unter Druck gesetzt wird.
    1. Woche −20 Das Geschichtenlabor eröffnen und die Schutzregeln aufschreiben
    2. Woche −18 Menschen finden, die erzählen wollen, mit informierter Einwilligung und Anonymitätsoption
    3. Woche −14 Jede Person auf Medien und feindselige Reaktionen vorbereiten
    4. Woche −10 Die Geschichten ins Lokalradio, in die Regionalpresse und in öffentliche Treffen bringen
    5. Woche −6 Jede Person nach jedem Auftritt anrufen und Unterstützung anbieten
    6. 1 Woche(n) danach Den Erzählenden öffentlich danken und die Begleitung fortsetzen

    Team

    • Storylab: findet, bereitet vor und schützt die Erzählenden
    • Regionalpresse: bringt die Geschichten ins Lokalradio und in die Zeitungen der Region
    • Unterstützung: Begleitung unter Gleichen und psychologisch, vorab eingeplant

    Was du misst: Vorbereitete Auftritte im Lokalradio, in der Regionalpresse und bei öffentlichen Treffen, nach denen der Begleitanruf erfolgt ist; Ziel ist, alle zu begleiten, nicht mehr Geschichten zu sammeln.

    Risiken im Blick: Alles auf die härtesten Fälle zu setzen, kostet die Erzählenden viel und verengt die Botschaft: Mach die Geschichten vielfältiger, lass jederzeit aussteigen und veröffentliche nie ohne Einwilligung.

  4. Start-Crowdfunding mit öffentlichem Ziel

    Der erste große Spendenaufruf, früh und mit öffentlichem Ziel, ist auch der erste Kraftbeweis. Jede Spende wird vor der Annahme geprüft. In Irland bat das Start-Crowdfunding um 50.000 Euro und sammelte in einer Woche rund eine halbe Million; die Kampagne erreichte 1,6 Millionen Euro.

    So baust du ihn auf, Schritt für Schritt
    Wirkt, wenn
    Es funktioniert, wenn eine Basis aufgestaute Wut und Lust zu handeln hat und das Spendenrecht klar ist.
    Nicht nutzen, wenn
    Es scheitert ohne fertige Compliance: Eine einzige Spende aus verbotener Quelle kann mehr kosten, als sie bringt.
    1. Woche −14 Finanz- und Compliance-Struktur mit erfahrenen Leuten aufbauen
    2. Woche −12 Eine einzige Datenbank für Spender und Freiwillige entwerfen
    3. Woche −10 Das Crowdfunding am Starttag eröffnen, mit einem bescheidenen öffentlichen Ziel
    4. Woche −10 Jede Spende vor der Annahme prüfen und die vom Gesetz verbotenen ablehnen
    5. Woche −9 Das erste Geld in sichtbare Plakate und Materialien stecken und das sagen
    6. Woche −6 Shop und Events mit Erkennungsstücken eröffnen, die Leute gern tragen

    Team

    • Fundraising: ein strategischer Bereich, mit erfahrenen Leuten besetzt
    • Compliance: prüft die Zulässigkeit jeder Spende
    • Datenbank: führt Spender und Freiwillige an einem Ort zusammen

    Was du misst: Spenderinnen und Spender, die sich auch für eine Haustürschicht oder ein Event eingetragen haben, als Anteil aller Spendenden: Wer Geld gibt, kann auch Zeit geben.

    Risiken im Blick: Eine einzige verbotene Spende wird zur Schlagzeile: Prüf vor der Annahme, nenn, wer jede Anzeige bezahlt, und lehn Geld aus dem Ausland ab, wo das Gesetz es verbietet.

  5. Wahlplan mit gewünschter Erinnerung

    In der Schlussphase wählt jede Person, wann und wie sie wählen geht, und bekommt nur dann eine Erinnerung, wenn sie darum gebeten hat; wer weit weg lebt, kommt zum Wählen heim oder ruft die Familie an. In Irland startete Make a Plan sieben Tage vorher, mit einer SMS am Wahlmorgen, und #HomeToVote holte Ausgewanderte zum Wählen zurück.

    So baust du ihn auf, Schritt für Schritt
    Wirkt, wenn
    Es funktioniert in den letzten zehn Tagen, wenn die Unterstützung da ist und das Risiko darin liegt, dass Zustimmende nicht wählen gehen.
    Nicht nutzen, wenn
    Es scheitert an Listen ohne Einwilligung und ersetzt keine Haustürgespräche: Die Erinnerung erreicht nur, wer sich schon eingetragen hat.
    1. Woche −4 Das Wahlplan-Tool und die SMS-Erinnerung mit Einwilligung vorbereiten
    2. Woche −1 Den Wahlplan sieben Tage vorher auf allen Kanälen starten
    3. Woche −1 Kurze Videos dazu veröffentlichen, wie und wo man wählt
    4. Woche −1 Sichtbarkeitsaktionen an Bahnhöfen und Kreisverkehren im Berufsverkehr machen
    5. Woche −1 Wer weit weg lebt, mobilisieren: zum Wählen heimkommen oder die Familie anrufen
    6. Woche des Tags X Am Wahlmorgen die Erinnerung nur an die Eingetragenen schicken

    Team

    • Mobilisierung: startet den Wahlplan und organisiert die Sichtbarkeitsaktionen
    • Liste und SMS: verwaltet die Einwilligungen und schickt die Erinnerung
    • Wer weit weg lebt: organisiert die Heimreise zum Wählen oder die Anrufe nach Hause

    Was du misst: Personen, die einen Wahlplan (Uhrzeit und Weg) gemacht und danach bestätigt haben, dass sie gewählt haben, als Anteil aller Wahlpläne.

    Risiken im Blick: Nachrichten an Leute, die nicht darum gebeten haben, verletzen den Datenschutz und verbrennen die Kampagne: Erinnere nur Eingetragene, sag, wie man sich austrägt, und prüf Wahlinfos an der offiziellen Quelle.

Üben

Mit Missionen und Situationen des Falls üben.

Entscheide als Leitung

Sechs Momente der Kampagne 2018. Wähle, was du tun würdest, und sieh, was passiert ist.

Plan in 5 Phasen

Der Ablauf von Together for Yes, von Monaten vorher bis zum Wahltag, als Checkliste.

Der Ablauf von Together for Yes, von Monaten vorher bis zum Wahltag, als Checkliste. Dein Fortschritt wird in diesem Browser gespeichert.

  1. Vor der Kampagne (Monate vorher)

  2. Phase 1: Informieren und einbinden (4 Wochen)

  3. Phase 2: Überzeugen und motivieren (6 Wochen)

  4. Phase 3: Stimmen mobilisieren (10 Tage)

  5. Wahltag und danach

Regeln

Diese Regeln schützen die Glaubwürdigkeit der Kampagne.

Diese Regeln schützen die Glaubwürdigkeit der Kampagne.

Schütze alle, die ihre Geschichte erzählen
Informierte Einwilligung, die Möglichkeit, anonym zu bleiben, Medienvorbereitung und Begleitung danach. Die Person kann jederzeit aussteigen.
Offene Spenden
Prüfe vor der Annahme, ob jede Spende zulässig ist, und lehne ab, was das Gesetz verbietet. In Irland stand die Kampagne in regelmäßigem Kontakt mit der SIPO.
Gekennzeichnete Werbung
Sag, wer jede Anzeige bezahlt. In der Europäischen Union verlangt die Verordnung (EU) 2024/900 bei jeder bezahlten politischen Anzeige eine Kennzeichnung, die den Sponsor nennt, und eine Transparenzbekanntmachung und erlaubt Targeting nur mit ausdrücklicher Einwilligung und ohne sensible Daten; in anderen Ländern gilt das örtliche Wahlrecht. Siehe den Abschnitt „Recht und Plattformen in der Europäischen Union“ in den Grundlagen.
Haustür-Daten
Erfasse Meinungen gebündelt oder anonym, wie Canvass Together. Meinungen zu Gesundheit und Politik sind nach DSGVO und LGPD besonders geschützte Daten.
Nur echte Menschen
Keine Fake-Profile, keine Massenbewertungen, keine koordinierten Meldungen. In Her Shoes bekam Wellen negativer Bewertungen und Massenmeldungen ab. Mach das niemandem.
Fakten mit Quelle
Antworten auf medizinische und rechtliche Argumente, vorbereitet von Fachleuten und überprüfbar. Ohne Übertreibung, ohne Unterstellung.
Respekt an der Tür
Wer Nein sagt, bekommt ein Danke. Niemand drängt, niemand schreit.
Sicherheit an den Türen
Zu zweit gehen, eine Kontaktperson haben und ein Vorgehen bei Beschimpfungen. 2015 und 2018 wurden Freiwillige verbal angegriffen.
Sorge fürs Team
Unterstützung unter Gleichen und psychologische Begleitung. Die Auswertung von 2018 nennt Beschimpfungen, Frauenfeindlichkeit und Erschöpfung unter den größten Herausforderungen.
Örtliches Recht
Fristen für die Wählerregistrierung, Plakatregeln, Ausgaben- und Spendengrenzen unterscheiden sich von Land zu Land. Kläre das mit einer Anwältin oder einem Anwalt, bevor du anfängst.

Grenzen

Was diese Methode nicht kann, und wann sie scheitert.
Überzeugt keine Entschiedenen
75 % der Wähler*innen sagten, sie hätten immer gewusst, wie sie abstimmen würden. Die Methode gewinnt den Teil, der unter Vorbehalt zustimmt, und mobilisiert; feste Überzeugungen ändert sie nicht in zehn Wochen.
Lässt sich nicht in 68 Tagen improvisieren
Hinter dem Sieg standen sechs Jahre lokaler Gruppen, Forschung seit 2016, eine Bürgerversammlung und die Erfahrung aus dem Referendum von 2015.
Hat interne Kosten
Die Disziplin bei der Botschaft ließ die Sprache der Rechte außen vor, gab den sogenannten schweren Fällen viel Gewicht (rund die Hälfte der Geschichten im Storylab) und begrenzte die Vielfalt der Sprecher*innen.
Der Zugang blieb offen
Das spätere Gesetz behielt zum Beispiel eine Wartezeit von drei Tagen, die Gráinne Griffin als Hürde für den Zugang kritisiert.
Die Zentrale kommt nicht überall hin
Ländliche Gruppen blieben wochenlang ohne Plakate und ohne Antwort. Die Auswertung kommt zu dem Schluss, dass Vollzeitleute für Events, Regionalmedien und die Betreuung der Gruppen fehlten.
Haustürarbeit kostet die, die sie machen
Mit Fremden über ein intimes, stigmatisiertes Thema zu reden, brachte Beschimpfungen und Frauenfeindlichkeit mit sich. Ohne Unterstützung brennen die Leute aus.

Prüfen

Fünf Fragen, mit Erklärung nach jeder Antwort.

Fünf Fragen, mit Erklärung nach jeder Antwort.

1. Was war die wichtigste Zielgruppe von Together for Yes?
2. Wem vertrauten die Wähler*innen laut Forschung am meisten, wenn es um Abtreibung ging?
3. Was sollten Freiwillige an der Tür von jemandem tun, der fest für Nein ist?
4. Wozu diente das Dashboard Canvass Together?
5. Was sagt die Nachwahlbefragung darüber, was die Wähler*innen am meisten beeinflusst hat?

Weiterlesen

Kostenlose Materialien von Organisationen, die Organizer*innen ausbilden, passend zu diesem Fall.

Kostenlose Materialien von Organisationen, die Organizer*innen ausbilden, passend zu diesem Fall.

  • Public Narrative

    Kurs · Resistance School · EN

    Marshall Ganz' 15 Videolektionen zu Public Narrative (Story of Self, Us, Now) mit Beispiel und Coaching-Techniken. Zum Schulen von Sprecher:innen und Freiwilligen.

  • Mobilizing stories into action: The power of public narrative

    Webinar · European Center for Digital Action · 2026-05 · EN · Mit Anmeldung

    Webinar dazu, wie persönliche Geschichten zum Handlungsaufruf werden. Hilfreich zur Vorbereitung von Narrativ-Workshops; kostenloses Konto nötig.

  • Steps in a One-on-One Organizing Conversation

    Leitfaden · Training for Change · EN

    Schritt-für-Schritt-Leitfaden für das Einzelgespräch im Organizing: einladen, Motivation erkunden, konkret fragen. Zum Schulen von Freiwilligen.

3 weitere
  • Supporter Engagement

    Leitfaden · The Commons Social Change Library · 2026-01 · EN

    Wo man neue Unterstützer:innen findet, wie man sie einbindet und hält, mit einer Liste praktischer Taktiken.

  • Winning Words: Create messages that don't miss

    Leitfaden · European Center for Digital Action · 2026-04 · EN

    Fundraising-Experte Harvey McKinnon zeigt, wie Botschaften zum Handeln bewegen, mit Vorher-Nachher-Beispielen. Zum Überarbeiten von Mails und Aufrufen.

  • The Power of Moral Language for Mobilisation

    Bericht · Campaign Lab · EN

    Campaign-Lab-Experiment, ob moralische Sprache Sympathisant:innen zu Aktiven macht. Nützlich zum Testen von Freiwilligen-Aufrufen.

Bibliothek

Quellen

Dieses Playbook beruht vor allem auf der offiziellen Auswertung im Auftrag der Co-Direktorinnen von Together for Yes, auf Interviews der…

Dieses Playbook beruht vor allem auf der offiziellen Auswertung im Auftrag der Co-Direktorinnen von Together for Yes, auf Interviews der Organisator*innen, auf amtlichen Daten und der Nachwahlbefragung von RTÉ sowie auf Reportagen, die zwischen März 2018 und 2023 erschienen sind. Alle Seiten wurden am 26. Oktober 2026 abgerufen.

39 Quellen

Wer es gemacht hat

Daten

Presse

Analyse

Bild: Katenolan1979, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (adapted)

Aktualisiert am 26. Oktober 2026

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